Vorgestern haben Caspar Kampf und unsere Tochter Marie in der Köwericher Laurentiuslay eine Schlange entdeckt. Marie hat das nicht sonderlich scheue Tier fotografiert. Im Weinberg werden jetzt die nach dem vielen Regen jeden Tag mehrere Zentimeter wachsenden Triebe der Reben fixiert, wir sind am „Heften“.
Vermutlich war es keine giftige Kreuzotter, sondern eine ebenfalls streng geschützte Schlingnatter. Bei Schlingnattern ist das charakteristische durchgängige Zickzackband der Kreuzotter unterbrochen oder fehlt ganz. Schlingnattern sind harmlos, zumindest für Menschen.
Sie töten größere Beute, indem sie ihren bis zu 80 Zentimeter langen Körper um das Opfer schlingen und erdrücken. Der Oberkopf ist abgeflacht, die Seiten und die Spitze der Schnauze rundlich. Die Augen sind relativ klein und haben eine runde Pupille (das sei ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Kreuzotter – aber wer will schon Auge in Auge mit einer Schlange sein, um deren Giftigkeit man nicht sicher weiss?). Ihr lateinischer Name Coronella austriaca wurde aus der mitunter herz- oder kronenförmigen Hinterkopfzeichnung (Lat. coronella = Krönchen) sowie der Herkunft der zuerst in Österreich beschriebenen Exemplare (Lat. austriaca = österreichisch) abgeleitet.
Schlingnattern sind im Gegensatz zu Ringelnattern lebendgebärend: Im Spätsommer werden Jungtiere geboren und können noch wachsen, ehe sie sich Ende Oktober an einem frostsicheren Ort zur Winterstarre verkriechen und etwa im April wieder auftauchen.
Die xerothermophile (trockenheits- und wärmeliebende) Tierart ist in ganz Europa verbreitet: besonders in abwechslungsreichen, mosaikartig kleinstrukturierten Standorten in denen sich felsige, offene, niedrigbewachsene und mit Gehölzen bewachsene Standorte abwechseln, wie sie auch Eidechsen, Blindschleichen und zuweilen Kreuzottern lieben. Ein Exemplar kann ein mehrere Hektar großes Revier besiedeln, innerhalb dessen es größere jahreszeitliche Ortswechsel vornimmt.
Zwar verharren sie oft regungslos und vertrauen auf ihre Tarnfärbung mit dem Fleckenmuster. Doch wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen, ringeln sie sich tellerförmig zusammen und heben den Vorderkörper S-förmig an – ohne Zischlaute von sich zu geben. Es heißt, sie bissen recht schnell zu und ließen erst wieder los, wenn sie kauende Bewegungen durchgeführt hätten. Wie alle Nattern könnten sie aus ihren Analdrüsen ein unangenehm riechendes Sekret absondern.
Iltis, Steinmarder, Igel und Greifvögel haben die Schlingnattern zum Fressen gern. Jungtiere werden sogar von Raben gefressen. Und was fressen die Schlingnattern? Besonders gerne Eidechsen und deren Eier bzw. Jungtiere sowie Blindschleichen, daneben auch Jungschlangen, auch der eigenen Art, wenn die Bestandsdichte hoch ist, dazu Spitzmäuse, Wühlmäuse, Knoblauchkröten, große Insekten, nestjunge Vögel und Vogeleier sowie Regenwürmer. Größere Beute wird geortet, verfolgt, mit dem Kiefer gepackt und erwürgt: die Schlange windet ihren Körper eng um das Opfer.
Gesetzlicher Schutzstatus
FFH-Richtlinie: Anhang IV (streng zu schützende Art)
Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): streng geschützt
Rote Liste Bundesrepublik Deutschland: 3 – gefährdet
Schlingnatter (Coronella austriaca)
Caspar Kampf and our daughter Marie have discovered a snake in the Köwericher Laurentiuslay the day before yesterday. Marie has taken a photo of the not particularly shy animal. The drives of the shoots growing several centimeters every day after the a lot of rain are fixed in the vineyard now.
We think that it was not the poisonous Kreuzotter but a Schlingnatter also protected strictly. With gobbling adders, completely the characteristic general zigzag bond of Kreuzotter is interrupted or is missing. Schlingnattern are harmless at least for people.
Schlingnatter (Coronella austriaca)
Avant-hier, Caspar Kampf et notre fille Marie ont découvert un serpent dans le Köwericher Laurentiuslay. Marie a cela ne redoute pas particulièrement animal photographié. Dans le vignoble, les pulsions des vignes qui cirent plusieurs centimètres tous les jours après toute la pluie sont fixés maintenant.
Nous croyons que ce n’était pas la Kreuzotter toxique mais une Schlingnatter s’également protégée sévèrement. Chez des Schlingnatter se, le lien de zigzag général caractéristique de la Kreuzotter est suspendu ou entièrement il le manque. Les Schlingnattern se sont inoffensives au moins pour des gens.